Beim Bau oder der Sanierung eines Hauses gibt es viele Details, die entscheidend für die Langlebigkeit und Stabilität des Gebäudes sind. Eine oft unterschätzte, aber unverzichtbare Rolle spielen dabei Dehnungsfugen. Sie sorgen dafür, dass sich Baumaterialien bei Temperaturveränderungen oder Setzungen bewegen können, ohne Schäden zu verursachen. Wer Dehnungsfugen richtig einplant, beugt Rissen, Verformungen und teuren Reparaturen vor. Doch wo genau sind sie notwendig, wie werden sie richtig gesetzt und gibt es Alternativen?
Dieser Ratgeber gibt dir einen umfassenden Überblick, um Baufehler zu vermeiden und die Lebensdauer deines Gebäudes zu sichern.
Dehnungsfugen sind gezielt eingeplante (schmale) Fugen zwischen Bauteilen (aus verschiedenen Materialien), die Bewegungen durch Temperaturschwankungen, Materialausdehnung oder Setzungen aufnehmen und Schäden verhindern. Sie werden häufig mit elastischem Material (z.B. Silikon) gefüllt, um eine kontrollierte Beweglichkeit der Bauteile zu ermöglichen.
Ohne Dehnungsfugen könnten in Wänden, Böden und anderen Bauelementen Spannungen entstehen, die zu Rissen oder strukturellen Schäden führen. Dehnungsfugen haben folgende Vorteile:
Dehnungsfugen sind besonders im Bodenaufbau und bei Bodenbelägen wichtig, um Spannungen und Materialbewegungen zu kompensieren. Im Bodenaufbau werden sie in der Bodenplatte und im Estrich vorgesehen. Gerade bei großflächigen Estrichflächen oder beheizten Fußböden sind sie wichtig, um Rissbildung durch Temperaturschwankungen zu verhindern. Hier werden sie in regelmäßigen Abständen sowie an Übergängen zu Wänden oder anderen festen Bauteilen gesetzt.
Auch im Bodenbelag sind Dehnungsfugen entscheidend, insbesondere bei Fliesenbelägen, Parkett oder Laminat. Fliesen benötigen Fugen, um Temperaturschwankungen und Feuchtigkeitseinflüsse auszugleichen. Besonders im Außenbereich oder bei Fußbodenheizungen sind sie notwendig, um Frostschäden oder Spannungsrisse zu vermeiden. Bei Parkett und Laminat wird ein Abstand zur Wand gelassen, um das natürliche Quellen und Schwinden des Holzes auszugleichen. Ohne diese Bewegungsfreiheit könnten sich die Beläge verziehen oder unschöne Spannungsrisse entstehen.
Darüber hinaus finden Dehnungsfugen Anwendung in Wänden und Fassaden, insbesondere bei großflächigen Klinkerfassaden oder langen Mauerzügen, um Materialausdehnungen zu berücksichtigen. In Trockenbauwänden sorgen flexible Fugen dafür, dass es bei Gebäudebewegungen nicht zu unschönen Rissen kommt.
Beim Setzen von Dehnungsfugen ist es wichtig, sie an den richtigen Stellen zu platzieren, beispielsweise an Übergängen zwischen verschiedenen Bauteilen oder in regelmäßigen Abständen bei größeren Flächen. Die Breite der Fuge muss passend zur erwarteten Bewegung gewählt werden, da eine zu schmale Fuge nicht ausreichend flexibel ist und eine zu breite Fuge optisch störend wirken kann. Ebenso entscheidend ist die Wahl geeigneter Materialien. Elastische Dichtstoffe wie Silikon oder PU-Dichtstoffe sowie spezielle Fugenprofile gewährleisten die notwendige Beweglichkeit. Eine saubere Verarbeitung ist essenziell, um Feuchtigkeitsschäden oder Materialversagen zu vermeiden. Zudem sollten Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen berücksichtigt werden, insbesondere in Außenbereichen oder bei Fußbodenheizungen. Schließlich ist es ratsam, sich an Normen und Herstellervorgaben zu orientieren, um sicherzustellen, dass die Fugen langfristig funktional bleiben.
Es gibt einige Alternativen, die in bestimmten Situationen genutzt werden können:
Dehnungsfugen sind essenziell, um Bauwerke langfristig zu schützen und strukturelle Schäden zu verhindern. Ob im Estrich, in Wänden oder bei Fliesen – gut geplante Fugen sichern die Langlebigkeit des Hauses.
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