Holzfassaden sind mittlerweile nicht mehr nur ein Trend, sondern bereits fest etablierte Alternativen zu einer konventionell verputzen Fassade. Die Top-Gründe sind natürlich die tolle Ästhetik und das natürliche Material. In diesem Gastbeitrag von den Experten von Nafz Holzhaus findest du alles, was es rund um die Welt der Holzfassaden an deinem Eigenheim zu erfahren gibt.
Es gibt erstaunlich viele Vorteile, die eine Holzfassade mit sich bringt. Viele davon haben Bauherren nicht sofort auf dem Radar und genau auf diese möchten wir eingehen. Denn das eine Holzfassade nachhaltig ist, erklärt sich von selbst. Was sind jedoch die versteckten Vorteile?
Häufig denkt man, dass Holzfassaden einen hohen Pflegeaufwand benötigen und bei falscher Pflege dadurch schneller kaputt gehen als andere Fassaden. Dies ist jedoch ein großer Mythos. Holzfassaden sind deutlich robuster als Putzfassaden. Putzfassaden müssen zwangsweise, damit die Qualität der Fassade nicht leidet, nach einigen Jahren gestrichen werden.
Holzfassaden – richtig verbaut – halten mit minimaler Pflege mehrere Jahrzehnte.
Natürlich verändert sich die Optik der Holzfassade – doch das ist nur ein optisches Merkmal. Wer es also gerne sonnenverbrannt und natürlich vergraut mag, für den ist die Holzfassade eine dauerhafte und wartungsarme Alternative.
Tipp: Beachtet mit eurem Hausplaner den konstruktiven Holzschutz und geht auf Dachvorsprünge und Sockelabstände besonders ein.
Wände sollen diffusionsoffen gebaut sein. Vor allem im Holzbau ist dies ein zentraler Punkt, der beim Bau deines Eigenheims beachtet werden soll. Das bedeutet, dass deine Außenwände einen Feuchtetransport von innen nach außen langsam zulassen und so deine Wände umgangssprachlich “atmen” können.
Eine Holzfassade vereinfacht diesen Effekt, da diese Fassaden immer hinterlüftet sind. Dadurch wird die Luft, nach dem sie nach außen diffundiert ist, sofort abtransportiert. Eine sperrende Putzschicht außen kann bei falscher Ausführung zu Problemen führen.
Eine feine Leistenfassade oder eine sägeraue naturvergraute Holzfassade verleihen deinem Haus einen besonderen Charakter. Du kannst mit den vielen Gestaltungsmöglichkeiten deinen eigenen Stil viel besser zur Geltung bringen und es ist ein einfacher Weg dein Haus von allen anderen in deinem Baugebiet zu unterscheiden.
Durch die rauere Oberfläche und durch die zusätzliche Luftschicht (Hinterlüftung) bietet eine Holzfassade einen besseren Schallschutz als eine konventionelle Fassade. Gerade an viel befahrenen Straßen ein nicht zu unterschätzender Punkt.
Bei Putzfassaden müssen häufig ganze Wandflächen vollständig neu überarbeitet werden. Holzfassaden sind hier auch in einzelnen Teilen reparierbar, wenn z.B. bei der eigenen Gartengestaltung im Nachgang mal der Bagger hängen bleibt.
Auch gegen Hagel sind Holzfassaden sehr resistent und sollte doch mal ein einzelnes Brett kaputt gehen, kann dies einfach getauscht werden.
Wenn du dich nach vielen Jahren entscheidest, die Fassade zu verändern, ist ein nachhaltiger Rückbau überhaupt kein Problem, denn eine Holzfassade lässt sich vollständig in ihre Einzelteile zerlegen.
Die Holzfassade kennt man mittlerweile in vielen verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten. Die wichtigsten listen wir hier einmal auf und erklären kurz und knapp die wichtigsten Infos dazu:
Leistenschalungen oder Rhombus Fassaden sind horizontale oder vertikale Leisten mit ca. 5-10cm breite die mit einem festen Abstand zueinander montiert werden.
Auch das ist eine Leistenfassade – hierbei sind jedoch die Brettbreiten und Bretttiefen in verschiedenen Dimensionen an deiner Fassade. Dadurch entsteht ein „Skyline“-Effekt
Das hier ist der klassischere Fassadenstil, den man so auch häufig von Schwedenhäusern oder Feldscheunen kennt. Zeitlos und bewährt. Die Fassade ist ausschließlich senkrecht montiert.
Tipp: Mit einer schmalen Deckleiste sieht diese Fassade direkt viel hochwertiger aus.
Auch das ist eine eher klassischere Variante der Holzfassaden und ist in Deutschland sehr verbreitet. Die Bretter werden hauptsächlich waagerecht montiert.
Es gibt einige Sonderprofile wie z.B. ein Blockbohlenprofil oder gehackte Altholzfassaden, die einen alpenländischen Chalet-Charakter mit sich bringen.
Auch Holzschindeln erleben derzeit ein Comeback und werden immer häufiger in manchen Regionen verbaut.
Holzfassaden können in vielen verschiedenen Oberflächenstrukturen und mit einigen Oberflächenbehandlungen montiert werden. Wir empfehlen eine möglichst naturnahe Behandlung oder wenn es gefällt – eine vollständig naturbelassene Fassade.
In den letzten Jahren geht es immer weiter weg von lackierten oder deckenden Oberflächen im Außenbereich. Diese zerstören nicht nur die natürliche Struktur einer Holzfassade, sie sorgen auch dafür, dass die einzelnen Holzbretter an sich nicht mehr „atmen“ können. Daher ist ein offenporiger Anstrich mit einem Holzöl oder mit einer wasserbasierten Lasur stark zu empfehlen. Diese Farben müssen auch nicht so oft nachbehandelt werden und die Struktur des Holzes bleibt erhalten.
Grundsatz: „Wer einmal streicht – streicht immer“. Und viele denken nicht an das Abschleifen – dies kann bei einer Leistenfassade sehr aufwändig werden. Also gerne etwas mehr Zeit in die Auswahl der richtige Oberflächenbehandlung investieren und gut beraten lassen.
Auch geflammte Oberflächen sind möglich. Hierbei werden die Fassadenbretter in einem speziellen Verfahren an der Oberfläche verkohlt, was eine tolle schwarze Optik mit sich bringt und die Bretter dauerhafter macht.
Die meisten Oberflächen sind heute entweder gehobelt oder fein gesägt. Eine fein gesägte Holzoberfläche ist zwar etwas rustikaler, allerdings ist diese auch dauerhafter und widerstandsfähiger.
Auch hier gibt es vieles zu beachten, aber das Wichtigste lässt sich in einem Grundsatz zusammenfassen: Je dichter das Holz gewachsen ist, desto widerstandsfähiger ist es. Es werden nahezu ausschließlich Nadelbäume für die Holzfassaden verwendet.
Schnellwachsende Holzarten wie z.B. die Fichte sind eher ungeeignet, da diese von Natur aus nicht so resistent sind, wenn Sie frei bewittert werden. Vor allem die heimische Fichte ist hier im Nachteil. Nordische Fichte aus Schweden oder Finnland ist hier schon besser geeignet.
Wer lange etwas von seiner Holzfassade haben möchte, ist daher gut beraten, auf eine Lärche, Douglasie oder Weißtanne aus dem Schwarzwald zurückzugreifen.
Besonders feinjährige Hölzer sind z.B. österreichische Gebirgslärchen oder die sibirische Lärche. Durch das harte Klima sind diese Holzarten von Natur aus sehr widerstandsfähig und hart. Dadurch halten diese Holzarten auch an der Fassade sehr lange stand. Außerdem enthalten sie Harze und Öle, welche ebenfalls für Langlebigkeit sorgen. Auch Zedernholz ist für Holzfassaden möglich und eine gute und langlebige Alternative.
Eine Holzfassade mag es natürlich, wenn das Wasser vom Regen schnellstmöglich und bestmöglich abfließen kann. Daher ist aus Holzschutzgründen immer eine senkrechte Fassade die bessere Wahl, da hier das Wasser entlang der Faserrichtung abfließen kann.
Häufig ist es aber der Architektur des Gebäudes überlassen, wie die Fassaden montiert werden. Eine horizontale Fassade zieht Gebäude häufig in die Breite und hat daher einen charmanten und entspannenden Look. Eine vertikale Fassade ist für klare Linien und eine feine Optik häufig die bessere Wahl.
Bei einigen Holzfassaden gibt es die Möglichkeit, diese verdeckt zu befestigen. Dadurch wird in einem Nut & Feder-System verdeckt jedes einzelne Brett geschraubt. Oder es gibt auch spezielle Einhänge und Befestigungssysteme. Das sieht nicht nur clean aus, sondern verbessert ebenfalls die Langlebigkeit.
Leisten- oder Rhombusschalungen werden häufig als geschlossene oder offene Fassade angeboten. Bei der offenen Fassade wird hinter den Leisten eine dunkle Folie angebracht die als wasserabweisende Schicht fungiert. Diese Fassadenart ist wartungsanfälliger und häufig auch teurer.
Das selbe Produkt gibt es auch geschlossen mit einem speziellen Nut & Feder System, dass die Tiefenwirkung der Rhombusleisten ebenfalls zur Geltung bringt. Allerdings ist keine Folie hinter der Fassade erforderlich was Kosten spart. Zusätzlich wird die Witterung direkt von der ersten Fassadenschicht abgehalten.
Holzfassaden sind nicht nur aus Nachhaltigkeitsgründen eine tolle Wahl. Holzfassaden können den Charakter und das Bild deines Hauses sehr prägen und gleichzeitig sind sie, wenn sie richtig verbaut wurden, auch enorm langlebig. Häufig lohnt es sich daher, einen genauen Blick auf die verschiedenen Fassadenarten und Oberflächenbehandlungen zu werfen. Denn das ist oft entscheidend. Auch ist die Planung bei Holzfassaden ein wichtiger Bestandteil, denn der konstruktive Holzschutz muss beachtet werden.
Wer sich also sowieso für eine Holzfassade entscheiden möchte, hat die Qual der Wahl zwischen den vielen Auswahlmöglichkeiten. Und wer noch unentschlossen ist, sollte sich die vielen Vorteile, an die man vielleicht im ersten Moment nicht denkt, durch den Kopf gehen lassen.
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