Infrarotheizung: Arten, Vor- und Nachteile & Kosten
20/2/2025

Infrarotheizung: Arten, Vor- und Nachteile & Kosten

Immer mehr Bauherr:innen und Sanierer:innen greifen als Ergänzung oder Alternative zu klassischen Heizsystemen auf die Infrarotheizung zurück – eine Technologie, die mit Strahlungswärme arbeitet. In unserem aktuellen Ratgeber klären wir dich auf, wie eine Infrarotheizung funktioniert, welche Arten es gibt und welche Vor- und Nachteile sie für dein Zuhause mit sich bringt.

Wie funktioniert eine Infrarotheizung?

Im Gegensatz zu klassischen Heizkörpern nutzt die Infrarotheizung nicht die Konvektionswärme, sprich die Wärmeübertragung über die Luft, sondern setzt auf die Strahlungswärme. Genauer bedeutet das, dass der elektrische Strom in Infrarotstrahlung umgewandelt wird. Diese heizen dann die im Raum befindlichen Objekte und Oberflächen auf, wie zum Beispiel Möbel, Wände, Böden oder Decken. Die wiederum die aufgenommene Wärme an den Raum abgegeben, wo sie im Kreislauf auf- und wieder abgegeben wird. Wie die Wärme erzeugt wird, ähnelt dabei der Sonneneinstrahlung.

Infrarotheizungen sollten im Idealfall an der Wand oder Decke montiert werden, um den gesamten Raum optimal zu erwärmen.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Infrarotheizung?

Eine Infrarotheizung kann nachhaltig sein, wenn sie mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben wird. Im Vergleich zu Wärmepumpen ist sie jedoch meist weniger effizient. Außerdem überzeugt sie viele mit ihren niedrigen Anschaffungs- und Installationskosten. Ein weiterer Vorteil liegt in ihrer Funktionsweise: Dadurch, dass sie Wärme über Strahlen erzeugt, entsteht beim Menschen schneller ein Wärmegefühl. Des Weiteren benötigen die Stromdirektheizungen keine Aufheizphase oder Ähnliches.

Auch wenn die Infrarotheizung mit vergleichsweise geringen Anschaffungskosten daherkommt, entstehen während des Betriebs hohe Kosten durch den verwendeten Strom. Im Idealfall sollte die elektrisch betriebene Heizung mit eigens produzierten Strom über eine Photovoltaikanlage oder mindestens über Ökostrom betrieben werden.

Infrarotheizungen sind in der Regel nicht darauf ausgelegt, als Zentralheizung für das gesamte Haus zu fungieren. Sie sollten lediglich als zusätzliche Heizquelle genutzt werden.

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Welche Arten von Infrarotheizungen gibt es?

Bei Infrarotheizungen werden unterschiedliche Typen bzw. Arten unterschieden:

Infrarotheizung für Flächen

In diesem Verfahren werden elektrisch betriebene Heizmatten unter Putz installiert, die direkt Wände oder Böden erwärmen. Diese erwärmten Oberflächen geben dann die Wärme an die Gegenstände im Raum ab. Wer sich für diese Art der Infrarotheizung entscheidet, der sollte das vor Baubeginn machen.

Infrarot-Heizmatten sind als Meterware erhältlich und bestehen aus Heizleitern, die gleichmäßig in Gewebebahnen eingebettet sind. Der Vorteil der Karbonfaser-Geflechte liegt nicht nur darin, dass sie nach der Installation vollständig unsichtbar sind, sondern auch darin, dass sie Feuchtigkeit in den Wänden oder dem Boden effektiv trocknen und zudem sehr widerstandsfähig sind.

Im Allgemeinen ist es auch möglich, im Zuge einer Renovierung eine Wandheizung nachträglich einzubauen, jedoch ist dies deutlich aufwendiger.

Infrarotheizung für die Decke

Es gibt die Möglichkeit, die Infrarotheizung an der Decke in Form von Deckenpaneels oder anderen Designelementen zu installieren. So gibt die Heizung die Wärme von oben nach unten ab. In Kombination mit einem dunklen Fußboden können Bauherr:innen erreichen, dass die Wärme an den Boden abgegeben wird, welcher dann innerhalb weniger Minuten erwärmt wird.

Infrarotheizung für die Wand

Infrarotheizungen können auch ganz unkompliziert in Form eines Heizpaneels, welches in einem Kunstwerk, Bilderrahmen oder Spiegel versteckt ist, an der Wand installiert werden. So entsteht die Wärme direkt auf Augenhöhe, was zu einem schnellen Wärmeempfinden beiträgt. 

Infrarot-Heizungen gibt es in vielen verschiedenen Varianten, auch als Fußbodenheizung kann sie genutzt werden.
Infrarot-Heizungen gibt es in vielen verschiedenen Varianten, auch als Fußbodenheizung kann sie genutzt werden.

Wie teuer ist eine Infrarotheizung (im laufenden Betrieb)?

Die Anschaffungskosten für eine Infrarotheizung variieren je nach Leistung, Ausstattung und Steuerungsmöglichkeiten. Einfache Modelle sind vergleichsweise günstig, während smarte oder besonders hochwertige Varianten deutlich mehr kosten können.

Die laufenden Betriebskosten hängen von mehreren Faktoren ab, insbesondere von der Raumgröße, der benötigten Heizleistung und dem Dämmstandard des Gebäudes. Ein gut gedämmtes Haus benötigt eine geringere Heizleistung, wodurch der Energieverbrauch sinkt. Zudem spielt die Betriebsdauer eine große Rolle: Je häufiger und länger die Infrarotheizung genutzt wird, desto höher sind die Stromkosten.

Da der Strompreis regional unterschiedlich ist und sich im Laufe der Zeit verändert, sollten Nutzer:innen die aktuellen Tarife vergleichen. Besonders wirtschaftlich kann eine Infrarotheizung sein, wenn sie mit selbst erzeugtem Strom, beispielsweise aus einer Photovoltaikanlage, betrieben wird.

Ist eine Infrarotheizung sinnvoll?

Ob sich eine Infrarotheizung lohnt, hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere davon, wie gut das Haus gedämmt ist und welchen Stromtarif zukünftige Nutzer:innen haben. Ein großer Vorteil ist es, wenn Bauende eine Photovoltaikanlage installiert haben und die Infrarotheizung über den eigens produzierten Strom betrieben werden kann. Dennoch ist eine Infrarotheizung als alleiniges Heizsystem in einem Einfamilienhaus in der Regel ungeeignet. Für einzelne Räume, wie zum Beispiel dem Hobbyraum, Anbau oder Wintergarten, kann eine Infrarotheizung aber durchaus Sinn machen, da sie schnell und unkompliziert zu installieren ist.

Übrigens: Die Expert:innen des Energieinstituts Voralberg empfehlen in ihrem Faktencheck für Infrarotheizungen Bauherr:innen nur dann eine solche Anlage, wenn sie ein sehr gut gedämmtes Haus haben oder aber für Räume, die zeitlich nur begrenzt genutzt werden.
Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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