Satteldach: Dachaufbau, Vor- und Nachteile, Kosten
20/3/2025

Satteldach: Aufbau, Vor- und Nachteile & Kosten

In Deutschland gehört das Satteldach zu den beliebtesten Dachformen – und das nicht ohne Grund. Im Vergleich zu anderen Dachkonstruktionen überzeugt es mit einem unkomplizierten Aufbau und verhältnismäßig geringen Kosten. Dank vielfältiger Gestaltungsmöglichkeiten können Bauende ihrem Haus eine individuelle Note verleihen.

Wie das Dach aufgebaut ist, welche Vor- und Nachteile es mit sich bringt und welche Kosten berücksichtigt werden sollten, zeigt dieser Ratgeber.

Satteldach, Pfettendach, Steildach – was ist der Unterschied?

Häufig wird das Satteldach mit Begriffen wie Steildach oder Giebeldach gleichgesetzt. Allerdings bezeichnen diese Begriffe lediglich die allgemeine Dachform, nicht aber die genaue Konstruktion. Das Satteldach kann entweder als Sparrendach oder als Pfettendach ausgeführt werden, wobei diese Begriffe die spezifische Holzunterkonstruktion beschreiben.

Kennzeichnend für das Satteldach sind seine zwei schrägen Dachflächen, die sich am Dachfirst treffen.

Wie ist die Dachkonstruktion des Satteldaches?

Das Satteldach besteht aus zwei gegenüberliegenden, geneigten Dachflächen, die sich am höchsten Punkt, dem Dachfirst, treffen. Die Konstruktion des Dachstuhls kann als Sparrendach oder als Pfettendach erfolgen, wobei beide Varianten ihre jeweiligen Vor- und Nachteile haben.

  • Sparrendach: Leichtbauweise, wirtschaftlich, jedoch mit Einschränkungen bei Dachgauben und großen Spannweiten.
  • Pfettendach: Flexibler in der Gestaltung, ermöglicht größere Spannweiten, jedoch mit höherem Materialaufwand.
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Welche Arten des Satteldaches gibt es?

Neben der klassischen Variante, bei der die Dachflächen symmetrisch zum Dachfirst verlaufen, gibt es auch asymmetrische Formen. Dabei sind die Dachflächen unterschiedlich groß und der First ist nicht mittig über dem Gebäude.

Weitere Varianten unterscheiden sich in der Dachneigung:

  • Flaches Satteldach: Geringe Neigung, geeignet für Regionen mit wenig Niederschlag.
  • Winkeldach: Steilere Neigung für besseren Wasserabfluss.
  • Historische Varianten: Altfränkisches, altfranzösisches oder gotisches Satteldach mit sehr steiler Neigung.

Wann eignet sich das Satteldach?

Das Satteldach ist besonders für regenreiche und kalte Regionen geeignet. Durch seine robuste und witterungsbeständige Konstruktion hält es Wind, Regen und Schnee stand. Der optimale Neigungswinkel hängt von den klimatischen Bedingungen ab:

  • In regenreichen Gebieten ist eine steilere Dachneigung empfehlenswert, um einen schnellen Wasserabfluss zu gewährleisten.
  • In schneereichen Regionen sollte der Neigungswinkel so gewählt werden, dass Schneelasten nicht zu hoch werden, aber auch nicht zu schnell abrutschen.

In Deutschland haben Satteldächer häufig eine Neigung zwischen 35 und 45 Grad. In alpinen Regionen sind auch flachere Dächer üblich, um Schneelasten besser zu verteilen.

Welche Vor- und Nachteile hat das Satteldach?

Vorteile:

  • Einfache und schnelle Errichtung im Vergleich zu komplexeren Dachformen.
  • Hohe Witterungsbeständigkeit – widersteht Wind, Regen und Schnee.
  • Flexibilität in der Gestaltung, etwa durch verschiedene Neigungswinkel.
  • Geringer Wartungsaufwand und lange Lebensdauer.
  • Eignung für Photovoltaikanlagen und Solarthermie – optimaler Neigungswinkel für Sonnenenergie.
  • Dachbegrünung möglich, falls erwünscht.
  • Verschiedene Dacheindeckungen (Ziegel, Schiefer, Blech) umsetzbar.

Nachteile:

  • Begrenzte Belichtungsmöglichkeiten, da Tageslicht hauptsächlich über Dachfenster oder Giebelfenster einfallen kann.
  • Weniger nutzbare Wohnfläche unter dem Dach, besonders bei steileren Varianten.
  • Bei komplexeren Dachgestaltungen steigen die Baukosten, etwa durch Dachgauben oder spezielle Dacheindeckungen.

Welche Kosten fallen für ein Satteldach an?

Obwohl das Satteldach zu den günstigeren Dachformen gehört, variieren die Kosten je nach Größe, Materialwahl und zusätzlichen Gestaltungselementen. Faktoren, die die Gesamtkosten beeinflussen, sind unter anderem:

  • Größe des Daches.
  • Dachneigung.
  • Art und Material des Dachstuhls.
  • Zusätzliche Elemente wie Dachgauben oder Dachfenster.
  • Art der Dacheindeckung.
  • Kosten für Handwerker und Dachdecker.

Durch eine einfache Gestaltung und kostengünstige Materialien lassen sich die Ausgaben senken. Wer Eigenleistungen erbringt, etwa bei der Dämmung oder einfachen Holzarbeiten, kann zusätzlich sparen. Dennoch sollte bei sicherheitskritischen Arbeiten, insbesondere der Konstruktion des Dachstuhls, eine Fachperson hinzugezogen werden.

Kann ich ein Satteldach selbst bauen?

Theoretisch ist es möglich, ein Satteldach in Eigenleistung zu errichten. Allerdings sollten auch handwerklich versierte Bauherr:innen eine professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen, insbesondere aus Sicherheitsgründen. Ein fehlerhafter Dachaufbau kann schwerwiegende Folgen für die Stabilität des Gebäudes haben. Für Einsteiger:innen könnte es sinnvoll sein, zunächst kleinere Projekte, wie den Bau eines Garagendaches, auszuprobieren.

Fazit: Eine vielseitige Dachform

Das Satteldach erfreut sich großer Beliebtheit – nicht zuletzt wegen seines einfachen Aufbaus und der vergleichsweise niedrigen Kosten. Dank verschiedener Neigungswinkel und Gestaltungsmöglichkeiten kann es an unterschiedliche Bedürfnisse und klimatische Bedingungen angepasst werden. Zudem bietet es ideale Voraussetzungen für Photovoltaik und Solarthermie. Wer ein robustes und bewährtes Dach für sein Haus sucht, trifft mit dem Satteldach eine gute Wahl.

Über den Autor
Sabrina Wallbaum
Content- & SEO-Managerin
Sabrina ist für alle Inhalte auf hausbaukurs.de und auf sozialen Medien zuständig. Neben ihrem Fachwissen als Immobilienkauffrau lässt sie in unsere Ratgebertexte jede Menge Leidenschaft für das Schreiben und Recherchearbeit einfließen, sodass unsere Leser:innen immer genau die Infos rund um ihr Anliegen finden, die sie gerade benötigen.

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